Sauberwasser

Warum wir springen

Warum wir springen:

Unser See soll sauber bleiben

  • Gewässer: Brombachsee
  • Ort: Spalt
  • Jumper: 1

Der Jump Status

Jump News

von Olli,

Behörde & Status

Behörde: Wasserwirtschaftsamt Ansbach
Behördenstatus: sehr informativ

Sehr geehrter Herr Stroh,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 17.4.2012 an unsere Kollegin Böhnemann. Der Inhalt Ihr Schreiben war uns allerdings bereits bekannt, da wir vom Zweckverband Altmühlsee gebeten worden waren, ein gleich lautendes Schreiben zu beantworten (In Bayern ist die Wasserwirtschaftsverwaltung für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie federführend verantwortlich). Wir erlauben uns daher, Ihnen dessen Inhalt zu Beantwortung Ihrer Fragen zuzusenden:


Eine der vielen neuen Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist die frühzeitige und umfangreiche Information und Beteiligung der Öffentlichkeit. Aus diesem Grund wurde ein sogenannter Kartendienst im Internet geschaffen, in den aktuell die Daten unserer Datenbanken zum Zustand unserer Gewässer einfließen. Dieser „Kartendienst Gewässerbewirtschaftung“ ist – neben vielen weiteren Infos zur WRRL - unter dem link www.wrrl.bayern.de zu finden. Innerhalb dieses Kartendienstes können Sie sich für jeden WRRL- Gewässerabschnitt (sog. „Wasserkörper“) den aktuellen Zustand anzeigen lassen (= Monitoringergebnis), aber auch den Zustand vor Beginn der Maßnahmen zur WRRL (= Bestandserhebung). Allerdings beruhen die Ergebnisse der Bestandserhebung noch auf den zuvor angewandten Methoden, die des aktuellen Zustands auf den WRRL-konformen Methoden, die neu eingeführt wurden. Neben dem Gewässerzustand finden Sie unter dem genannten link auch Infos zur Bedeutung der WRRL für Bayern und Mittelfranken und die damit zusammenhängenden Besonderheiten und Herausforderungen.
Zu den bisherigen Erfolgen: Die WRRL legt eine Zeitspanne von 6 Jahren zugrunde, in denen Maßnahmen durchgeführt werden und deren Erfolge zu belegen sind. Man spricht von sog. Bewirtschaftungszeiträumen. Der erste dieser Bewirtschaftungszeitraum reicht bis 2015. Derzeit laufen also noch die beschlossenen Maßnahmen bzw. beginnt erst die Erhebung des Zustandes der Wasserkörper nach Durchführung der Maßnahmen des 1. Bewirtschaftungszeitraums. Hier muss man sich noch gedulden. Um welche Maßnahmen es sich im Einzelnen handelt, ist ebenfalls dem Kartendienst zu entnehmen.

Nun zu Ihren speziell auf den Altmühlsee und das Einzugsgebiet der oberen Altmühl gerichteten Fragen:

Altmühlsee:
Der Altmühlsee ist nach WRRL als „erheblich veränderter Wasserkörper“ zu betrachten, da es sich um ein verändertes Fließgewässer handelt. Es ist also ein „gutes ökologisches Potenzial“ als Ziel der Bemühungen anzusetzen und nicht der gute ökologische Zustand (vgl. www.wrrl.bayern.de ). Im Falle des Problems des Altmühlsees, der Überdüngung, macht dies allerdings keinen Unterschied. Hier ist der Zustand nach WRRL „unbefriedigend“ und somit sind Maßnahmen zu ergreifen. Maßnahmen gegen eine Überdüngung (Eutrophierung) müssen aber stets im Einzugsgebiet des Sees ergriffen werden, da die zuströmende Nährstofffracht reduziert werden muss. Mit anderen Worten: Maßnahmen für eine Verbesserung des Zustands des Altmühlsees sind Maßnahmen im Einzugsgebiet der oberen Altmühl. Maßnahmen am See selbst können immer nur in Verbindung mit externen Maßnahmen oder erst in deren Folge wirksam werden.

Altmühl:
Auch die Altmühl verfehlt, was die Belastung mit Pflanzennährstoffen angeht, den ansonsten rundum guten Zustand nach WRRL. Da der See noch empfindlicher als die langsam fließende Altmühl auf die Nährstofffracht mit Algenblüten reagiert, ist dessen unbefriedigender Zustand nur folgerichtig. Die Maßnahmenplanung im Einzugsgebiet der Altmühl sieht vor allem im Bereich der Landnutzung Bemühungen bezüglich der Erosionsvermeidung vor, um insbesondere den Phosphoreintrag zu reduzieren (z. B. Mulchsaat, Winterbegrünung etc.). Die Maßnahmen nach WRRL müssen sich aber im allgemein gültigen rechtlichen Rahmen bewegen, so dass hier durchaus Grenzen gesetzt sind.

Maßnahmenplan Fränkische Seen
Da sich gezeigt hat, dass der gesetzliche Rahmen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ausreicht, die Nährstoffbelastung der oberen Altmühl und des Altmühlsees in relativ kurzer Zeit entscheidend zu verringern, wurde im Rahmen einer „Seenkonferenz“ ein Maßnahmenplan entwickelt, der Bemühungen zur Verbesserung der Situation im Fränkischen Seenland enthält, die über die allgemeingültigen Vorgaben (auch der WRRL) hinausgehen. Der Maßnahmenplan ist vom Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen im Internet veröffentlicht worden.
Es muss aber ganz klar gesagt werden, dass Verbesserungen auch mit dieser Initiative nicht von „heute auf morgen“ möglich sind. Die Umsetzung von Maßnahmen gegen die Eutrophierung unserer Gewässer ist schwierig und nur mittelfristig bis langfristig zu erreichen. Die Bemühungen im Zusammenhang mit dem Maßnahmenplan geben hier 3 Jahre zur Verwirklichung vor.

Wir hoffen, dass unsere Antworten ausführlich genug waren und Ihnen im Zusammenhang mit den Unterlagen im Kartendienst alle Fragen klären helfen. Sollten Sie im Zusammenhang mit der „Big Jump Challenge“ noch Fragen zur hygienischen Situation (Bakteriologie) in Altmühl und Altmühlsee haben, so wenden Sie sich doch bitte an die zuständigen Gesundheitsämter Ansbach und Weißenburg, die über Überwachungsdaten hierzu verfügen.

Mit freundlichen Grüßen,
Dieter Krause

Kommentar zum Behördenstatus vom Jumpleiter:

Ziemlich aufschlussreich, danke!

von Olli, Apr 24, 2012 6:22:30 PM

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